Halti – Ja oder Nein?

Halti, Bei-Fuß-Trainer, Gentle Leader: Unter diesen oder anderen Namen taucht immer wieder das Kopfgeschirr für Hunde auf. Während einige darauf schwören, verteufeln andere das Halti als Folterinstrument, das vom Tierschutz geächtet werden sollte. Aus unserer Sicht gibt es zwischen diesen beiden Ansichten einen großen Graubereich.

Wirkungsweise

Es geht hier um ein klassisches Kopfhalfter, das häufig auch bei großen Tieren wie Pferden, Eseln oder Kühen eingesetzt wird. Dieses Halfter übt Druck auf den sehr sensiblen Schnauzenbereich des Hundes aus und soll so seine Aufmerksamkeit auf den Halter lenken oder unerwünschtes Verhalten korrigieren. Dabei werden Hebelkräfte eingesetzt, das heißt, eine kleine Bewegung mit der Hand führt zu einem starken Impuls an der Schnauze des Hundes.

Das sagt die Tierärztin

„Ein solches Instrument gehört ausschließlich in erfahrene Hände und sollte nie ohne entsprechende Anleitung eingesetzt werden“, warnt Tierärztin Stephanie Rothin. Gerade bei jungen Hunden wirkt es auch immer auf den sensiblen Hals- und Nackenbereich und kann bei falscher Anwendung zu massiven Schäden an der Halswirbelsäule führen.

Fazit

Wir raten dringend dazu, dieses Kopfgeschirr nur als allerletzte Möglichkeit einzusetzen, wenn kein anderer Erziehungsansatz Früchte trägt und das unerwünschte Verhalten wirklich gravierend ist.
Und auch dann gilt es einige Punkte zwingend zu beachten:

  • Der Impuls auf den Kopf- und Halsbereich ist extrem intensiv, deshalb darf am Halti nie geruckt oder gezerrt werden.
  • Die eigentliche Führung des Hundes muss über Geschirr oder Halsband erfolgen.
  • Halti und Halsband müssen mit unterschiedlichen Händen geführt werden.
  • Die Einweisung in die Benutzung muss durch erfahrene Profis erfolgen
  • Das Halti muss dem Hund genug Platz lassen fürs Saufen, Schnuppern und Hecheln

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