ÖPNV und Hund
Braucht mein Hund in Bus und Bahn eigentlich eine Fahrkarte? Für viele unserer Touren geben wir eine umweltfreundliche Anreisemöglichkeit an, aber wie ist das mit dem Ticket?
Die schlechte Nachricht lautet: Es gibt leider keine einheitliche Regelung.

Einfach ist es bei kleinen Hunden, die in einer Transportbox sind. Die gelten als Gepäck und werden somit generell, übrigens auch bei der Deutschen Bahn, kostenlos befördert. Für die Anreise zum Urlaubsort kann das schon mal ein paar Euro sparen, aber wer schleppt schon eine Transportbox mit, wenn er mit seinem Hund auf eine kleine Tour geht?
Für größere Hunde und Hunde, die nicht in einer Box sind, ist üblicherweise eine Fahrkarte zu kaufen. Das ist bei den meisten Anbietern eine Kinder- oder Fahrradkarte, die in der Regel 50% des normalen Erwachsenenpreises kostet.
Es gibt rühmenswerte Ausnahmen wie zum Beispiel die Münchener Verkehrsbetriebe. Hier darf jeder, der eine gültige Fahrkarte hat, einen Hund kostenlos mitnehmen, für den zweiten und jeden weiteren muss dann auch der reduzierte Tarif gezahlt werden. Wir würden uns wünschen, dass mehr Tarif- und Verkehrsverbände diesem Beispiel nacheifern, weil es auch für Hundehalter einen zusätzlichen Anreiz bietet, das eigene Auto stehen zu lassen.
Aber von der Ausnahme zurück zur Regel:
- Auch mit Fahrkarte hat der Hund kein Recht auf einen Sitzplatz.
- Hunde müssen im ÖPNV, auch bspw. auf Bahnsteigen angeleint sein.
- Bei der Bahn und einigen Verkehrsverbünden müssen Hunde außerhalb der Transportbox einen Maulkorb tragen!
- Hunde sind so zu führen, dass sie Mitreisende nicht belästigen.
- Für eine rechtsverbindliche Auskunft über Fahrpreise und gültige Regeln schau dir am besten die Webseite des jeweiligen Verkehrsunternehmens an.
Leider keine einheitlichen Vorschriften:
Wir würden uns sehr wünschen, dass es hier bundeseinheitliche Regelungen gibt, alleine um das versehentliche Schwarzfahren von Hunden zu vermeiden. Auch die grundsätzliche Maulkorbpflicht müsste nach unserer Meinung von den betreffenden Anbietern des ÖPNV nochmal überdacht werden.
Das setzt aber voraus, dass wir als Hundehalter grundsätzlich rücksichtsvoll sind.
Für uns gibt es daher vier einfache Regeln, die für eine stressfreie Fahrt im ÖPNV hilfreich sein können:
- Wenn es irgendwie machbar ist vermeiden wir die Stoßzeiten wie Schulbeginn und Berufsverkehr.
- Unser Hund ist so kurz angeleint, dass er keinen Körperkontakt zu anderen Menschen hat. Es gibt nämlich Menschen, die frühstücken in der U-Bahn oder tragen dunkle Anzüge fürs Büro, auf denen sich Hundehaare nicht so gut machen.
- Wir signalisieren jederzeit, dass wir unseren Hund unter Kontrolle haben, in vollen Bussen und Bahnen „parken“ wir ihn zwischen unseren Beinen.
- Unsere gesamte Aufmerksamkeit gilt unserem Hund, schließlich ist für ihn die Fahrt auch ungewohnt und aufregend.

