Sichere Fahrt im Auto
Für manche ist der Hund im Auto der bessere Beifahrer. Meckert nicht über die Fahrweise, krümelt kein Essen auf den Sitz und raucht nicht. Laut Straßenverkehrsordnung ist der Hund allerdings „Ladung“ und die muss gesichert sein. Sonst kann es nicht nur teuer werden (bis zu 60 Euro und ein Punkt), sondern vor allem gefährlich. Bei einem Aufprall im normalen Stadtverkehr kann ein 20 Kilo schwerer Hund mit der Wucht von 600 Kilo einschlagen. Im schlimmsten Fall ist der Hund tot, sind Fahrer und Beifahrer schwer verletzt.
Gegen dieses Risiko gibt es unterschiedliche Sicherungssysteme, die wir uns gemeinsam mit dem ADAC mal angesehen haben.
Vorab: Leider gibt es keine gesetzlichen Prüfvorschriften für Sicherheitssysteme für Hunde, du kannst aber darauf achten, dass zumindest die DIN 75 410-2 für Ladungssicherung erfüllt ist. Wer seinen Hund regelmäßig und über längere Strecken mitnimmt, sollte hier sicher etwas mehr Sorgfalt in die Auswahl und Geld in den Kauf eines geeigneten Systems investieren. Aber schauen wir uns die einzelnen Systeme mal an.
Sicherheitsgurte
Hier wird der Hund mit einem speziellen Geschirr auf der Rückbank entweder an den Sicherheitsgurt oder die Isofix-Halterung geschnallt. Die einfachste Version: Ein Sicherheitsgurt, der sich am Geschirr des Hundes befestigen lässt. Die Handhabung ist einfach, Geschirr anlegen, fixieren, fertig. Außerdem kann ein solches Gurtsystem platzsparend aufbewahrt werden. Bruno trägt beispielsweise das Sicherheitsgeschirr, das er geöhnlich beim Wandern trägt, bereits im Auto. An diesem ist er mittels Hunde-Sicherheitsgurt* (rund 17 Euro auf amazon.de) angeschnallt.
Bei der Auswahl des Gurtes solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass das System gut vernäht und aus stabilem Material ist, damit es den Kräften bei einem Aufprall standhält. Außerdem sollten die Gurte des Geschirrs möglichst breit und zusätzlich gepolstert sein, damit der Druck auf den Hundekörper bei einem Unfall möglichst verteilt wird.
Wir plädieren für die Systeme, die sich an der Isofix-Halterung anbringen lassen, weil man die auf beiden Seiten fixieren kann. Und wir raten dringend dazu, sich die Systeme vorher anzusehen und in die Hand zu nehmen. Nur so bekommst du einen ersten Eindruck von Material und Verarbeitung.
Einige Anbieter haben dieses Gurtsystem durch eine Sitzschale oder ein stark gepolstertes Kissen erweitert. Das bietet aus unserer Sicht zusätzliche Sicherheit, weil der Hund nicht an harten Kanten anschlagen oder vom Sitz fallen kann. Diese Lösung ist etwas teurer und leider noch nicht für jede Hundegröße erhältlich.
Hundenetze
Netze, die entweder hinter den Vordersitzen oder beim Kombi vor dem Kofferraum angebracht sind, erfüllen zwar die Vorschriften zur Ladungssicherung, echte Sicherheit bieten sie jedoch nicht. Bei Kombis und SUVs gehören diese Netze häufig zur Standardausstattung und sind in speziell dafür vorgesehenen Halterungen zu arretieren. Nachrüstlösungen werden meist an den Haltegriffen befestigt. In beiden Fällen kann man sich leicht vorstellen, dass sie einem Aufprall kaum standhalten können. Nachrüstbare Netze sind zwischen 10 und 20 Euro erhältlich, aus Sicherheitsgründen raten wir davon ab.
Hundegitter
Zahlreiche Hersteller bieten nachrüstbare Metallgitter an, die an den Kopfstützen oder zwischen Boden und Dach befestigt werden. Meistens gibt es diese Gitter auch passgenau für jedes Fahrzeug, so dass links und rechts keine Lücken entstehen. 50 bis 200 Euro muss man in der Regel investieren.
Wenn diese Gitter stabil genug sind und der Raum zwischen den einzelnen Stäben nicht zu groß ist, bieten sie bereits ein hohes Maß an Sicherheit. Auch wenn die Montage etwas umständlicher ist, solltest du dich für ein Gitter entscheiden, dass möglichst fest installiert ist.
Wir haben das Hundegitter „Roadmaster Deluxe“ von kleinmetall.de im Einsatz (105 Euro) und sind damit sehr zufrieden. Wer nach einer günstigeren Alternative sucht, ist auch mit dem „Heldenwerk Hundegitter“* (rund 50 Euro auf amazon.de) gut aufgestellt.
Ein solches Hundegitter schützt alle Beteiligten davor, dass der Hund bei einem Aufprall nach vorne fliegt. Je nach Breite des Autos kann er aber noch nach links und rechts geschleudert werden. Wer auch dieses Risiko minimieren will, entscheidet sich für eine Hundebox.
Hundeboxen
Transportable Hundeboxen aus Kunststoff gibt es, je nach Größe zwischen 50 und 150 Euro. Diese Boxen müssen auf jeden Fall quer zur Fahrtrichtung gestellt und massiv gesichert werden. Wenn dein Hund auch zuhause in einer solchen Box „wohnt“, gibt es zumindest keine Probleme mit der Eingewöhnung.
Ein stabiles Modell ist beispielsweise die „Karlie Hundebox Nomad“* (von 40 Euro in Größe S bis 120 Euro in Größe XXL).
Gerade bei schweren Hunden bleibt jedoch ein Restrisiko, weil bei einem möglichen Aufprall die Kunststoffwand oder die Verbindung zwischen oberer und unterer Hälfte nachgeben.
Die optimale Lösung sind daher für uns fest installierte Hundeboxen. Die gibt es in wirklich guter Ausführung mit gepolsterten Kanten und aus hygienischen Werkstoffen wie Aluminium und Holz. Und es gibt bei vielen Anbietern die Möglichkeit, eine solche Box passgenau für jedes Auto zu kaufen und mit zusätzlichen Staufächern und Schubladen genau auf deine Bedürfnisse abzustimmen. Diese Boxen werden im Kofferraum verankert, es gibt sie also nur für Kombis, SUVs, Busse und Kleintransporter. Damit ist auch gleich der entscheidende Nachteil einer solchen Lösung genannt: sie fahren sie immer spazieren, egal ob der Hund dabei ist oder nicht. Sicherheitstechnisch sind sie unserer Meinung nach aktuell das Beste, was auf dem Markt angeboten wird. Und die Preise haben sich in den letzten Jahren deutlich nach unten entwickelt. Für eine Standardbox aus Aluminium muss man nicht mehr als 250 Euro ausgeben, eine individualisierte Maßanfertigung beginnt bei etwa 400 Euro.
Ein Top-Modell ist beispielsweise die Variocage-Box von kleinmetall.de, sie liegt je nach Größe zwischen rund 450 und 550 Euro. Zugegeben, das ist eine ziemliche Summe, aber für unsere und die Sicherheit unseres Hundes allerdings eine gute Investition.
*Dieser Link ist ein sogenannter Affiliate-Link. Das heißt, dass wir eine kleine Provision bekommen, wenn du das Produkt über den Link kaufst, es wird dadurch aber nicht teurer für dich. Wir haben die Empfehlungen auf der Seite auch nicht als Testprodukt o. ä. bekommen sondern selbst gekauft und ausführlich getestet.
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